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Zuerst malte ich Aquarelle. Ohne dabei an
Musik zu denken. Ich dachte an andere Dinge. Und ich brauchte
die Malerei, um bei Sinnen zu bleiben. Eine Herzensangelegenheit.
Aber der Druck baute sich auf. Und ließ sich nicht
eindämmen. Es war mittlerweile
Dezember 2003 und die Kompensation, die ich in der Malerei
suchte, erfüllte sich nicht mehr. Auch wenn ich noch
im Januar 2004 das schönste meiner Aquarelle malte. Aber
aquarelltechnisch ging einfach nichts mehr.
So entstand im Dezember mein Erstlingswerk mit Acryl auf
Leinwand (ZERRISSEN Inspired by Wolfsheim - MIX).
Es ist m.E. das Anstrengendste und am wenigsten Zugängliche,
dass ich bisher gemacht habe. Fast aggressiv - und mit Sicherheit
selbst zerstörerisch. Es spiegelt meinen damaligen Seelenzustand
wider.
Diesem Bild, als Versuch mit dieser Technik, sollte ein Allerletztes
folgen.
Dieser Versuch (NOT ENOUGH, Inspired by Wolfsheim) fand eine positive Resonanz in meinem privaten Umfeld.
Und bei meiner Freundin. Es gab im Gegensatz
zu ZERRISSEN einen Unterschied, wenn man es anschaute: Man
konnte weiter atmen. Ansonsten wirkte es ein Stück weit
wirr und es ist deutlich zu erkennen, dass ich mir über
den Umgang mit dieser Technik (noch) nicht im Klaren war.
Es folgte I DON´T BELIEVE. IT´S JUST A GAME.
Inspired by Wolfsheim. Ich war mittlerweile ein Schritt weiter.
Aber die Linie stand immer noch nicht fest. Und ich visualisierte
immer noch nicht bestimmte Titel. Die Bilder waren aber jetzt
immerhin einem Titel entlehnt. Ich brachte auf Leinwand was
ich empfand, was mir in den Sinn kam. Ich hörte aber
von Anfang an beim Malen mit dieser Technik Musik. Bei ZERRISSEN
eben die gesamte CD. Bei NOT ENOUGH und I DON´T BELIEVE
schon bestimmte Lieder.
Wenn man den bisherigen Theorien zur Synästhesie folgt,
gibt es sogenannte Synästhetiker; Menschen, die Sinneswahrnehmungen
sozusagen "im Doppelpack" erleben. Darunter befinden
sich sogenannte "Gefühlssynästhektiker".
Dazu würde ich mich wohl zählen.
Der Gefühlssynästhetiker kann z.B. bei bestimmter
Musik bestimmte Farben und Formen sehen. Diese gekoppelten
Wahrnehmungen sind von starken Emotionen begleitet. Diese
Art von Koppelung verschiedener Sinneswahrnehmungen entsteht
m.E. überhaupt erst mit Hilfe von starken Emotionen.
Ich für meine Person kann es so beschreiben: Wenn ich
nach Stunden Arbeit an einem Titel in diese Welt zurückkehre,
dann ist es wie nach einer langen Reise von weit her. Ich
brauche ein wenig Zeit um mich wieder zu akklimatisieren.
Auch wenn ich seinerzeit noch nichts von Synästhesie
wusste: Ich wusste meine damaligen Gefühlsattacken überhaupt
nicht anders zu verarbeiten. Ich musste malen. Und dazu brauchte
ich Musik.
Meine persönliche Situation war inzwischen
zugespitzt. Ich hörte ENYA, WATERMARK. Und malte STORMS
IN AFRICA. Und weil ich mir nicht zu helfen wusste, im Anschluss
gleich SAND IN MY SHOES Inspired by DIDO. Man schrieb inzwischen
April 2004. Es ging mir schlechter denn je. ENYA und DIDO
kamen mir gerade Recht. Ich denke, in dieser Zeit lag die
"Geburtstunde" von SOUND OF ART.
Es folgte SMELL OF DESIRE Inspired by ENIGMA.
Was ich bei ENYA tat, ohne darüber nachzudenken, tat
ich jetzt bewusst. Ich musste SMELL OF DESIRE malen. Hatte
ich gehofft, mich zu entlasten? Ich weiß es nicht. Ich
erinnere mich, dass es unumgänglich war, dieses Lied
zu malen. Es war wie bei einem Süchtigen, der bereits
zu viele Drogen konsumiert hat. Ich brauchte mehr, um ansatzweise
Entlastung zu empfinden. Und es folgte GRAVITY OF LOVE Inspired
by ENIGMA. Und BETWEEN MIND AND HEART. Auch diese Bilder halfen
nur kurzzeitig. Es war mittlerweile Mai 2004.
Persönlich war ich an einem Tiefpunkt
angelangt. Meine Gefühle hatten sich aber seit November
2002, als alles begann, verändert.
Die Gedanken, die mir den Lebensmut nahmen, waren einer Erkenntnis gewichen. Es
war die Erkenntnis, dass ich nichts zu verlieren habe, wenn
ich neu anfange. Es klingt einfach. Die Änderung meiner
Einstellung war aber das Ergebnis eines langwierigen Prozesses.
Der von November 2002 bis Mai 2004 andauerte.
Mai 2004: Rosenstolz spielt sich in alle Herzen. In alle
Seelen. Ich entziehe mich nicht.
Ich weiß, dass es geht. ICH WILL MICH VERLIEBEN. Und,
ja, es stimmt. LIEBE IST ALLES.
Beide Bilder entstanden im Mai 2004.
Mittlerweile sind einige Titel als "Sound
of Art" auf Wunsch anderer entstanden. Ich führe
in solchen Fällen Interviews durch um eine Vorstellung
zu haben, was die- oder derjenige mit der Musik verbindet,
welche Situation/Assoziationen dahinter stehen. Auch dies
macht mir sehr viel Spaß. Mal sehen, was daraus noch
wird. (Bestellungen auf Anfrage)
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